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Der Betriebliche Rundlauf

 

 

Der Betrieb ist bildlich gesehen ein künstlich geschaffenes Getriebe. Ohne Umtrieb würde sich nichts bewegen, also kein Umsatz, kein Absatz und kein Ertrag. Wie es im Betrieb, also in einem funktionierenden Getriebe, im Prinzip ablaufen sollte, zeigt die beigefügte grafische Darstellung „Der Betriebliche Rundlauf“, wobei es hier an ganz unterschiedlichen und schwer erkennbaren Stellen erhöhte Reibung geben kann. Heimliche Bremsen müssen sichtbar gemacht werden, wobei die Sicht durch die Betriebsbrille manchmal auch manche Bereiche etwas verschleiert.

 

 

 

Die gestellte Frage,          „ … und wo liegt nun das Problem?“    kann mit vielen Inhalten formuliert werden!

 

       -         Warum sind viele meiner Kollegen so zugeknöpft und kaum ansprechbar?

 

-          Wieso behandelt mich mein Vorgesetzter immer von oben herab und ist immer zu kurz angebunden bei den Informationen?

 

-          Warum sehen wir den Chef nur zwei- bis dreimal im Jahr an uns vorbeihuschen?

 

-          Weshalb ist der Krankenstand in unserer Abteilung immer so hoch?

 

-          Warum wechseln bei uns die Mitarbeiter so häufig?

 

-          Warum gehen immer nur die selben Kollegen in Weiterbildungsseminare?

 

-          Haben wir in unserer Branche überhaupt in den nächsten Jahren noch Zukunft?

 

-          Wie sieht es aus, wenn …  

 

 und so könnte man beliebig weitermachen!

 

 

 

Jeder hat seine eigenen Fragen, Befürchtungen, Einstellungen und Empfindungen. Jeder dieser Punkte ist ein Sandkorn in diesem Getriebe. Bei regelmäßigem Ölwechsel bereinigen sich manche Probleme allein, doch wenn immer mehr Sandkörner von immer mehr Mitarbeitern hier abgelagert werden, dann kann selbst das beste SuperSynchroLikwiPoly-Getriebeöl an seine Grenzen der Belastbarkeit kommen!

 

 

 

Bemerkt wurde dieser Effekt schon mehrfach, doch es geht ja direkt keinen etwas an. Ich werde für meine Arbeit bezahlt, und die erledige ich einfach. Die Gänge gehen zwar immer wieder ganz schwer rein, doch was soll’s!

 

 

 

„Getriebetausch!“, das ist die Lösung.

 

Besser wäre wohl, einen Getriebedienst nach den Symptomen suchen zu lassen. Wird Sand festgestellt, dann muß man den Ursachen für die Sandablagerungen nachgehen um diese Einflüsse künftig zu vermeiden.

 

 

 

Ein neues oder ein Tauschgetriebe würden sehr viel Kosten verursachen und die selben Probleme träten auch schnell wieder auf.

 

 

 

Im „Betrieblichen Rundlauf“ ist es nicht ganz so einfach, zumal hier kein Quarz-Sand zu entdecken ist, sondern viele oft nicht sichtbare Problem-Auslöser von verschiedenen Kollegen ausgehen, die auch nicht eindeutig nachgewiesen werden können. Besonders problematisch wird es, wenn einzelne Mitarbeiter sich laufend mit ihren Eindrücken und Problemen selbst befassen, diese auftürmen und anstauen. Da kein Verständnis zu erwarten ist, kann dies eine chronische und ansteckende Entwicklung bei den Kollegen bewirken, wobei sich bei Aussprachen mit mehr vertrauten Kollegen schon die Bestätigung ergeben kann, daß diese Einschätzung ja voll zutrifft, da dieser Kollege dies ja auch so empfindet.

 

 

 

Also ertragen, ausharren, auf die nahe Rente warten oder den Betrieb wechseln? Vielleicht nochmals überlegen während einer Krankmeldung?  Um diese Probleme möglichst gering zu halten ist es erkennbar wichtig, die „Hygiene im Betrieb“ in die vorderste Reihe zu holen.

 

 

 

Die Geschäftsführung  ist der Kommandostand, umgeben von den Lieferantenverbindungen und den Kundenkontakten, von denen der Betrieb samt Mitarbeitern leben kann.

 

Das Führungspersonal und die Mitarbeiter bilden die Exekutive, wobei hier schon kleine „Macken“ erhebliche Auswirkungen haben können und stark bremsen.

 

Der Organisationsaufbau ist die Rückendeckung der Geschäftsführung und des gesamten Konstruktes in der Zusammenarbeit.

 

 

 

Die Orga-Strukturen sind bei Firmengründung mit nur wenigen Mitarbeitern überschaubar und bei allen im Kopf gespeichert. Mit Zunahme der Mitarbeiterzahl kommen laufend Ergänzungen und Änderungen und da dies ein schleichender Prozeß ist, wird hier auch mal gern etwas zu wenig in Details gegangen.

 

 

 

Kommunikationswege passend nutzen, Aufträge klar weitergeben, erfassen und nachprüfen, das ist alles kein Mißtrauen, sondern Erfassen von effektiven und weniger sinnvollen Wegen der Ausführung. So entdeckt man auch Schwachstellen, die man dann angehen kann.

 

Kostenfresser müssen ständig gesucht und passend reduziert werden. Gemeinsam mit dem selben Ziel, eine Verbesserung für den betrieblichen Ablauf und die Kostensituation. Einsparungen können an anderen Stellen wieder fördernd zum Einsatz kommen.

 

 

 

Als Betriebsinhaber lohnt es sich bestimmt, auch ohne gut erkennbare Fremdgeräusche im Getriebe sich mit dem Krankenstand und der Mitarbeiterfluktuation zu befassen. Manche Entwicklungen wachsen schleichend und man gewöhnt sich mit der Zeit schon fast daran.  Unproduktive Zeiten bei vollem Aufwand für Lohn und Sozialabgaben, gebremste Arbeitslust bei ausscheidenden Mitarbeitern und erhöhte Kosten für die Einarbeitung neuer Ersatzleute, da steckt viel an Kosten drin, was an derer Stelle effektiv einen Nutzen bringen kann.

 

 

 

Ein weiterer Aspekt ist der Fachkräftemangel. Neue und gut geeignete Fachkräfte zu finden ist auch wesentlich leichter, wenn der Betrieb nicht als Arbeitgeber mit laufendem Mitarbeiterwechsel bekannt ist. Ein rundum gutes und ausgeglichenes Betriebsklima ist bei der derzeit aktiven, arbeitenden Generation mindestens ebenso wichtig wie eine gute Entlohnung.

 

 

 

Sehen Sie sich doch einmal für sich selbst die Situation in Ihrem Betrieb an! 

 

Nutzen Sie das kleine Hilfs-Tool  FKR–FluktionskostenRechner“,  auf den Sie mit diesem link direkt geleitet werden.   

 

 

 

Ist einmal richtig Sand im Getriebe, dann macht es wenig Sinn, einen einzelnen Konfliktpunkt anzugehen!  Vielmehr ist die Gesamtsituation grob umrissen zu erfassen. Aus diesen Punkten abgeleitet, können sich verschiedene Lösungsansätze anbieten und zur Erkennung von Schwerpunkten verwendet werden.

 

 

 

In der Regel kann in relativ wenigen Stunden herausgearbeitet werden, welche Bremsen hier wirken. Menschlich, fachlich, oder Ursachen bei Orga und Fehlen von geeigneten Arbeitsmitteln und andere Punkte sind einzubeziehen. Dies kann auch die Lieferanten und die Kundenkontakte einbeziehen.

 

 

 

Für ein Angehen mit System bietet sich in der Regel ein externer Dritter an, der nicht in den alten Strukturen mitgewachsen ist, an keinen Prozessen selbst beteiligt ist und sowohl die Betriebsabläufe in Technik und Verwaltung geeignet erfassen kann. Theorie und Praxis müssen in Verbindung gebracht werden, und dazu kommt noch ganz wesentlich, das menschliche Moment des einzelnen Mitarbeiters. Ängste, Befürchtungen, Verletzungen und Wünsche annehmen, so daß dieser sich verstanden vorkommt und seine Last weitergeben kann. Diese Erkenntnisse müssen in der Regel in vertraulichen Einzelgesprächen ausgetauscht werden, speziell mit zuvor festgelegten Regeln über Verschwiegenheit und Weitergabe.

 

 

 

Für die richtige Lösung gibt es keine Formeln und Checklisten, auch keine Computer-App!  Bei einer Maßnahme zur Schaffung eines besseren Rundlaufs ist gegenseitiges Vertrauen zwischen Firmenleitung, Mitarbeitern und dem Vermittler absolut die Basis für einen erfolgreichen Abschluß und Verbesserung der bisherigen Situation.

 

 

WikerH

 

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